DER TANGO-TEXTER PASQUAL CONTURSI

 

Durch Pascual Contursi nahmen Tangotexte eine definitive Form an. Der Abend im Januar 1917,
an dem Gardel den Tango „Mi noche triste“ präsentierte brachte den Durchbruch.
Das von Contursi geschriebene Lied war bahnbrechend, ab diesem Zeitpunkt galten die Texte
als eigenständige Kunstform im Tango, und nicht nur als improvisiertes Beiwerk.

Contursi, der 1888 in der Provinz Buenos Aires in Chivilcon geboren wurde arbeitete unter
anderem als Schuhverkäufer, Puppenspieler und Sänger bevor er sich dem Tango widmete.
Zuerst versah er Tangos von Vicente Greco und anderen mit seinen Texten, jedoch ohne großen Erfolg.
Thematisch griff er in seinen Liedern die gleichen Dinge auf, wie sie. schon in den ersten Tangotexten behandelt wurden. Es gab jedoch eine Neuheit bei ihm, das Vokabular. Er benutzte Begriffe aus dem Lunfardo, welches damals noch dem Ganoven- und Zuhältermilieu zugeordnet wurde, obwohl fast die gesamte Unterschicht ihn benutzte.



Contursi stilisierte den Lunfardo nicht wie z.B. die Autoren des Volkstheaters, sondern machte ihn zur gewöhnlichen Sprache gewöhnlicher Menschen.
„Mi noche triste“ war sein großer Durchbruch, da sich Menschen gerade weil er ihre Sprache getroffen hatte sich mit diesem Tango identifizierten.
In besseren Kreisen jedoch galt das Lied lange Zeit als derart unanständig, daß veranlasst wurde, die im Lunfardo geschriebenen Zeilen ins Hochspanische übersetzen zu lassen.
Das Thema des gehörnten Machos, welches er in „Mi noche triste“ bearbeitet hatte wurde zu Pascual Contursis Lieblingsthema. In „La Cumparsita“ greift er die Klage des verlassenen Mannes mit fast identischen Worten wieder auf. Dieses Lied ist sicher der erfolgreichste Tango, der jemals geschrieben wurde.
Bis heute wurde er weltweit tausendfach eingespielt.

Der Argentinische Tango verdankt Contursi zahlreiche Texte. Zu einem seiner schönsten Stücke zählt „Bandoneón Arrabalero“ zur Musik von Juan Bautista Deambroggio.

Am 29. Mai 1932 verstarb Pascual Contursi schwer krank und dement in Buenos Aires. Sein Sohn José Maria Contursi führte „sein Erbe“ fort und wurde in den dreißiger Jahren selbst zu einem bekannten Textdichter des Tango.


   Texte von Pascual Contursi