CARLOS GARDEL (BIOGRAFIE)

 

Carlos Gardel ist der populärste und meistverehrte Tangosänger überhaupt. Durch seinen frühen Tod wurde er vom Idol und Superstar zur Legende. Wer schon mal in Buenos Aires war dem wird immer wieder Gardels Bild begegnet sein, ob nun im Café, in der Bar, im Bus oder im Taxi, überall sieht man sein Gesicht.

Gardel steht für Buenos Aires, um nicht zu sagen: Er ist Buenos Aires. Aber vor allem repräsentiert er den Tango.

Charles Romuald Gardes wurde am 12. Dezember 1890 in Toulouse/Fr. geboren und kam mit seiner ledigen Mutter Berthe Gardes mit drei Jahren nach Buenos Aires, wo sie sich und ihren Sohn mit dem dürftigen Einkommen einer Büglerin über Wasser hält. Gardels Biographie ist konsequent, sie führt stetig von unten nach oben. Anfänglich schlägt er sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Das Theater und vor allem die Oper faszinieren ihn schon sehr früh.
So bemüht er sich um eine Arbeit am Theater. Zuerst verdingt er sich als Claqueur aber bald schon erhält er die Möglichkeit in kleinen Rollen aufzutreten.

Der Einfachheit halber benennt er sich in Carlos Gardel um, aber der kometenhafte Aufstieg lässt noch auf sich warten. Seine Bekanntschaften mit Opernsängern haben ihn sehr beeinflußt, genauso wie die herumziehenden Folkloresänger, die ihre improvisierten Texte auf Gitarren begleiteten. Gardel war zwar kein begnadeter Stegreiftexter, aber mit seiner bemerkenswert ausdrucksstarken Baritonstimme zog er die Aufmerksamkeit auf sich.



Im Jahr 1911 lernte Gardel den Sänger José Razzano kennen und die beiden gründeten das Gardel-Razzano-Duo.
Damit begann eine außerordentlich erfolgreiche Karriere. Die beiden hatten sich auf Milongas und baladenhafte Volkslieder spezialisiert und traten damit in Theatern, Kinos, Varietés und im Rundfunk auf und nahmen gemeinsam mehr als hundert Platten auf. 1917 zeichnete Gardel ein erstes Tangolied (Mi noche triste) auf.
Später widmete er sich überaus erfolgreich der Komposition innerhalb dieses Genres, das zwar schon existierte, aber erst durch ihn breiten Zuspruch erhält. Die größten Erfolge als Duo Gardel-Razzano feierten die beiden zwischen 1914 und 1925 auf der argentinischen Varietébühne, bevor sie sich trennten und Gardel seine Karriere als Tangosänger begann.

Der "Gardel" im Korb

Die zwanziger Jahre und der Beginn der dreißiger brachten Gardel einen Erfolg nach dem anderen. Er sang und spielte in Uruguay, Spanien und Frankreich.und er spielte in sieben Paramount-Filmen mit. Ab 1932 wurden sowohl die Texte seiner Lieder als auch die Drehbücher für seine Filme vom Textdichter Alfredo Le Pera geschrieben. Dieser Partnerschaft entstammen eine ganze Reihe klassischer Lieder wie
„Arabal amargo",
„Cuesta abajo“,
„El día que me quieras“,
„Madreselva“,
„Mi Buenos Aires querido“,
„Per una cabeza“,
„Soledad“,
„Volver“,
„Volvió una noche“ und andere.

Im April brachen die beiden zu einer Gastspielreise durch die Karibik und Lateinamerika auf. Am 24.Juni kollidierte dasFlugzeug welches sie zu ihrem letzten Auftrittsort bringen sollte mit einer anderen Maschine und sie verbrannten und fanden beide den Tod. Die Anhänger Gardels waren tief erschüttert und einige begingen Selbstmord. Am Tag seiner Beerdigung säumten Zehntausende die Straßen und gaben ihm die letzte Ehre. Zu seiner Erinnerung wurde auf dem Friedhof „Chacarita“ eine lebensgroße Bronzefigur errichtet, die von seinen Anhängern „die lächelnde Statue“ genannt wird.
Für viele Argentinier ist ihr Held unsterblich. Sie sagen, „Gardel singt von Tag zu Tag besser.“